2017. Besucher an Bord des Schepken Christi

Halbzeitbilanz bei Reformationssausstellung im Emder Hafen

Eigentlich sollte am Freitag, 28. Juni, der 1517. Besucher an Bord der Tjalk „Anne” begrüßt werden. Im Jahr 1517, man weiß es, veröffentlichte ein gewisser Martin Luther seine 95 Thesen in Wittenberg.  

Reformierte Kirche und Stadt Emden hatten sich das schön ausgemalt: Pünktlich zur Halbzeit der im Bauch des Seglers befindlichen Schau „Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation - 500 Jahre Migration” sollte der Jubiläumsgast mit einem netten Präsent überrascht werden. Ein Plan, der allerdings nicht aufgegangen ist. Schlimm ist das aber nicht. Denn man könnte sagen, dass die Ausstellungsmacher ein Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden sind: „Wir haben in den letzten Tagen einen regelrechten Besucher-Ansturm erlebt”, sagte der nicht wirklich zerknirschte Sven Kramer, Beauftragter der Evangelisch-reformierten Kirche für das Reformationsjubiläum.

Kurzum: Die Idee mit dem 1517. Besucher war nicht zu halten. Schließlich wollte niemand die Besucher-Statistik fälschen. Stattdessen begrüßten Pastor Kramer, Ausstellungsmacher Edzard Wagenaar und Stadtsprecher Eduard Dinkela gleich drei Jubiläumsgäste: Kira (7), Jan (48) und Michaela Brocks (42) bekamen als Besucher Nummer 2017, 2018 und 2019 nicht weniger symbolträchtig einen Überraschungsbeutel überreicht, der mit allerlei  Erinnerungsstücken zum Reformationsjubiläum gefüllt ist. Die Familie aus Essen macht derzeit Urlaub in der Jugendherberge. „Wir haben gestern eine Hafenrundfahrt unternommen und dabei wurde uns ein Tjalk-Besuch ans Herz gelegt”, berichtete Vater Jan. Schließlich ist die Ausstellung des „Schepken Christi” ein zentraler Baustein des 500-jährigen Reformationsjubiläums.

„Super, das Marketing funktioniert also auch”, freute sich Wagenaar. Längst habe die Schau auch überregional von sich reden gemacht. Deshalb sind Stadt und Kirche übereingekommen, dass die Ausstellung dauerhaft erhalten bleibt. Das Wo und Wie wird noch geklärt.

„Nun erwarten wir erst mal viele Emder Schulklassen”, sagte Kramer. Und da sei ja auch noch das große Abschlussprogramm, das am 23. August mit einem Talkabend mit der langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Brigitte Stoll startet. Sie ist eine der acht Zeitzeugen, die im Video über ihre Flucht nach Deutschland berichten.

31. Juli 2017
Von Marten Klose (Emder Zeitung)


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Bild oben: Für das Urlaubsalbum: Jan, Kira und Michaela Brocks aus Essen bekamen gestern auf dem hölzernen Segler ein Präsent von Stadtsprecher Eduard Dinkela (links) und Pastor Sven Kramer (rechts) überreicht. Das Schepken Christi ist noch bis zum 27. August am Hafentor vertäut. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags zwischen 11 und 17 Uhr (Foto: Marten Klose).

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