Ein Schuld-Bekenntnis

Symbolfoto: Gitti Moser / pixelio.de

Gott,
in unserer kirchlichen Gemeinschaft stehen wir vor dem Abgrund sexualisierter Gewalt.
Vor der harten, kalten Zahl.
Und dem Leid dahinter.
Schmerz und Verletzung.
Verwundete Seelen.
Gebrochene Lebenswege.
Und da sind noch so viele,
von denen wir nicht wissen.
Weil das Vertrauen zerstört ist.
Bei uns. In der evangelischen Kirche.
Durch Menschen, die versprochen haben, deinem Namen zu dienen.
Und die Macht ihrer Ämter missbraucht haben.
Gott, wir haben versagt.
Nicht hingehört.
Nicht hingeschaut.
Nicht geglaubt.
Das Böse im Dunkel gelassen.
Und das Leid der Betroffenen vergrößert,
weil uns die Täter doch allzu nah waren.
Diese Schuld wird bleiben.
Wir bitten dich, Gott: Vergib du uns.
Und leite uns auf neue Wege.
Wege der Achtsamkeit
und Wege der Wachsamkeit.
Lass uns alles dafür tun,
dass Gewalt keinen Raum findet bei uns
und Taten ans Licht kommen.
Sei du, Gott, denen nahe,
denen wir die Nähe versagt haben.
Lass uns bereit sein zu helfen,
wo wir helfen können.
Und wenn es sein kann, Gott,
dann lass uns einander neu begegnen
im Licht deiner Liebe.

(Gebet: Kirchenpräsidnetin Susanne Bei der Wieden)